Paula-Fürst-Schule

Mit Moritz Daniel Oppenheim auf Spurensuche nach der jüdischen Emanzipation

Vor nunmehr fast vier Jahren wurde die Paula-Fürst-Schule mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet.  Diese besondere Ehrung sieht das Kollegium der Förderschule für psychisch kranke Schülerinnen und Schüler auch als eine Verpflichtung an, in jedem Jahr mit einem Demokratieprojekttag an die Werte und Grundsätze zu erinnern, die mit dieser Auszeichnung verbunden sind. In diesem Jahr setzte die Schulgemeinde mit dem Projekt „Mit Moritz Daniel Oppenheim auf Spurensuche nach der jüdischen Emanzipation“ ein Zeichen gegen den steigenden Antisemitismus in der Gesellschaft. Hierfür konnte die Hanauer Filmemacherin Isabel Gasthof gewonnen werden, die an zwei Projekttagen den Schülerinnen und Schülern die Figur des aus Hanau stammenden jüdischen Künstlers näherbrachte. Der erste Projekttag fand am 12.2.25 in den Räumlichkeiten der Paula-Fürst-Schule statt und diente vor allem dazu den Schülerinnen und Schülern theoretische Grundlagen der jüdischen Religion und den kulturellen Hintergrund des Künstlers zu vermitteln. In Gruppenarbeiten beschäftigten sie sich unter anderem mit dem Thema „Jüdische Feste“ und festigten mit selbstständigen Recherchearbeiten ihr Vorwissen zum Thema „Judentum“. Als Quelle diente dazu im Besonderen der informative digitale Rundgang durch die jüdische Synagoge in Hanau. Am zweiten Projekttag unternahmen die Schülerinnen und Schüler eine Exkursion in die Hanauer Innenstadt. Ausgehend von der Statue Moritz Daniel Oppenheims auf dem Freiheitsplatz richteten die Schülerinnen und Schüler an unterschiedlichen Stationen den Blick auf das Leben der Jüdinnen und Juden in Hanau der letzten zwei Jahrhunderte. Anschließend fuhren die Schülerinnen und Schüler mit dem Bus weiter zum Schloss Philippsruhe, in dem einige Gemälde des jüdischen Künstlers ausgestellt sind.

Am 19.2.25 folgte der Ausflug von vier Lerngruppen ins jüdische Museum nach Frankfurt, während dem sich die Jugendlichen weitergehendes Hintergrundwissen zur Kultur und jüdischen Religionsgemeinschaft aneigneten. Durch die Betrachtung zahlreicher Werke jüdischer Künstler wurde die Vielfalt jüdischer Kunst für die Schülerinnen und Schüler erfahrbar gemacht.

Mit diesen erfolgreichen Projekttagen gelang es der Paula-Fürst-Schule auch in diesem Jahr ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzten. „Vorurteile gegenüber uns fremden Religionen und Kulturen können nur durch eine gemeinsame, reflektierte Auseinandersetzung mit wissenschaftlich fundierten Inhalten abgebaut werden.“, so die ehemalige Religionslehrerin Frau Borchers, die die Projekttage mitorgansiert hat.

 

 

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Oppenheimer_Philippsruhe.jpg (24.02.2025, Reinhard Dietrich, CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0>, via Wikimedia Commons)